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Mit der neuen Kompostverordnung, die demnächst in Kraft treten soll, dürfen nicht mehr als zwei Prozent sogenannter „Störstoffe“ in den Kompostierungsprozess gelangen. Qualitativ hochwertiger Kompost aus Bioabfall ist ein wertvoller „Bodenverbesserer“ und Dünger; Gift hingegen sind insbesondere Tragetaschen oder auch Sackerl aus Kunststoff.
Im wahrsten Sinn „brandgefährlich“ sind defekte und falsch entsorgte Lithium-Batterien. Die VÖA – Vereinigung Öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe, appelliert an jede:n Einzelne:n, Bioabfall und Batterien strikt zu trennen und damit einen Beitrag zur immer vordringlicher werdenden Kreislaufwirtschaft zu leisten.
„Knapp drei von vier österreichischen Haushalten sammeln den Bioabfall getrennt und werfen diesen Wertstoff nicht in die Restmülltonne – das ist wichtig und sehr erfreulich“, stellt Dr.in Alexandra Loidl, Präsidentin der VÖA – Vereinigung Öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe fest. Dennoch bleibt viel Luft nach oben: Rund 33 Prozent der biogenen Abfälle landen nicht in der Biotonne, sondern im Restmüll, die Hälfte davon als Lebensmittel.
VÖA-Erhebungen zufolge werden österreichweit jährlich rund 1.121.000 Tonnen Bioabfall getrennt gesammelt – das entspricht etwa 25 Prozent des gesamten Siedlungsabfalls aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen. Davon werden zwei Drittel kompostiert und ein Drittel wird in Biogasanlagen verarbeitet. Das Ergebnis: rund 36 Millionen m³ Biogas sowie etwa 630.000 Tonnen Kompost. Gleichzeitig befinden sich jedoch nach wie vor bis zu 280.000 Tonnen Lebensmittelabfälle im Restabfall. Alexandra Loidl sagt diesbezüglich: „Gerade deshalb wollen wir den Kreislauf von Bioabfall zukünftig noch viel stärker betonen.“
Qualität als unbedingte Voraussetzung für den Kreislauf Bioabfall
In Österreich wird derzeit in 404 Kompostieranlagen Kompost produziert. Auch wenn die meisten davon eine mechanische Aufbereitung mit verschiedenen Absiebungen installiert haben, in der Störstoffe abgetrennt werden, kommt es immer wieder zu Herausforderungen: Neben verwertbarem Bioabfall landen – sei es aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit – auch Fleisch und Knochen, Speiseöle, Milchprodukte sowie Plastik und Verpackungen im Biomüll. Selbst biologisch abbaubare Kunststoffsäcke, die sich in der Praxis nicht klar von herkömmlichem Plastik unterscheiden, sind problematisch und müssen in den Aufbereitungsanlagen ebenfalls entfernt werden.
Herausforderungen im dicht besiedelten Bereich
Während im ländlichen Raum bis zu 50 Prozent des Bioabfalls – von Grün- und Strauchschnitt bis zum Küchenabfall – selbst kompostiert wird, sind die Herausforderungen im städtischen Umfeld weit größer: Der Weg zur Biotonne stellt eine große Hemmschwelle dar, oft wird der Biomüll auch gleich samt Plastiksackerl in die Biotonne geworfen. Zudem verleitet die in Ballungsräumen vorherrschende Anonymität zu Unachtsamkeit und Fehlwürfen, und das führt zu höheren Störstoffanteilen.
Lithium-Batterien – Gefahr für Umwelt und Menschen
Auch bei Batterien besteht Handlungsbedarf. Zwar werden jährlich rund 3.500 Tonnen gesammelt, doch das entspricht nur etwa der Hälfte aller Batterien. Falsch entsorgte Lithium-Batterien verursachen immer wieder Brände und gefährden Menschen, Infrastruktur und die Umwelt.
Fazit: Nur wenn alle mitmachen, schließt sich der Kreis
Auch wenn das richtige Sammeln des Bioabfalls nicht immer einfach und noch dazu regional unterschiedlich ist, appelliert VÖA-Präsidentin Dr.in Alexandra Loidl eindringlich an die Bevölkerung: „Bewusstes Sammeln und richtiges Entsorgen von Biomüll ist eine Verantwortung, die wir gemeinsam zu tragen haben. Denn nur wenn alle mitmachen, schaffen wir den Weg einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.“ Wer genau wissen will, was im eigenen Wohngebiet in die Biotonne darf, kann sich auf der Website der entsprechenden Gemeinde informieren oder wendet sich an eine der zahlreichen Beratungsstellen, die es in ganz Österreich gibt. Über die Batterien sagt Loidl unmissverständlich: „Bitte Batterien und Geräte mit Batterien ausschließlich im Handel und im Altstoffsammelzentrum abgeben – niemals im Rest-, Bio-, Papier-, Verpackungs- oder Sperrmüll entsorgen!“


